Für eine Zukunft ohne Hunger
Südsudan: Konflikte und Klimakrise als Treiber des Hungers
Der Hunger ist groß, das Essen rar. Das ist die bittere Realität für Millionen Menschen im Südsudan. Das Land im Osten Afrikas ist seit Jahren von gewaltsamen Konflikten
gezeichnet, die Ressourcen sind extrem limitiert. Der blutige Bürgerkrieg im Nachbarland Sudan treibt seit 2023 zusätzlich Tausende Menschen über die Grenze, die ebenfalls auf
die ohnehin schon knappen Güter und die humanitäre Hilfe angewiesen sind.
Der Klimawandel spitzt die Lage im Land, in dem 86 Prozent von Landwirtschaft und Viehzucht leben, noch weiter zu. Jährlich wird der Regen weniger und wenn es regnet, folgen
immer heftigere und unvorhersehbarere Überschwemmungen. Dadurch werden oftmalsganze Regionen von lebensnotwendigen Dienstleitungen abgeschnitten und Tausende
Menschen sind gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen. Die Fluten vernichten außerdem lebensnotwendige Ernten, das Vieh verendet. Es fehlt in Folge an Nahrung, sauberem Wasser, Gesundheitsversorgung und noch viel mehr. Es fehlt an allem. Eine fatale Situation, die den ohnehin schon großen Hunger im Land - bereits jetzt leiden über 7,1 Millionen
Menschen im Südsudan, das ist mehr als die Hälfte der gesamten Bevölkerung, an Hunger – noch weiter steigen lässt.
Am gravierendsten von diesen Zuständen betroffen sind - wie oft in Krisensituationen – Frauen und Kinder. Frauen im Südsudan haben wenig bis keine Rechte, dafür umso mehr Pflichten: Sie versorgen die Familie und kümmern sich und Kinder und Kranke. Aufgrund der gewaltsamen Konflikte im Land bleiben sie oft mit den Kindern alleine zurück und tragen die gesamte Last und die Verantwortung dafür, die Familie zu ernähren. Die immer knapper werdenden Ressourcen wie Nahrung, Wasser oder Holz zum Kochen stellen somit vor allem sie vor enorme Herausforderungen. Dabei wird deutlich: Zwischen Geschlechterungleichheit, Armut und Hunger besteht eine direkte Verbindung. Es ist also essenziell, Frauen zu fördern und ihnen nachhaltige Ernährungsmethoden zu
ermöglichen, um den Hunger zu reduzieren und eine gesunde Zukunft zu schaffen.
Es gibt Lichtblicke: Manche Regionen sind auf dem Weg, einige der Ernährungsziele bis 2030 zu erreichen. Aber es braucht eine intensive und sofortige globale Anstrengung, um die nachhaltigen Entwicklungsziele zu retten. Wir müssen die Widerstandsfähigkeit gegen die Krisen und Schocks stärken, die zu Ernährungsunsicherheit führen – von Konflikten bis zum Klima.
Die Klimakrise trifft uns alle
Auch in Österreich spüren wir die Hitze, wir sehen die schneearme Landschaft im Winter und erleben tornadoartige Stürme im Sommer. Im globalen Süden sind die Auswirkungen noch dramatischer. Etwa in Afrika, vor allem südlich der Sahara, lebt der Großteil der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Hier ist das Anbauen von Getreide, Gemüse und Obst ohnehin schwierig, weil es immer wieder lange Dürreperioden gibt. Durch die Klimakrise werden diese nun länger und der Regen seltener. Die Felder vertrocknen. Die Ernte fällt aus. Die Böden werden unfruchtbar. Lebensmittelpreise explodieren. Die ohnehin geringen Wasserreserven werden aufgebraucht. Nutztiere sterben.
Ihre Spende hilft dabei, den Hunger zu bekämpfen!
Hunger steigt in der DR Kongo
Auch in der Demokratischen Republik Kongo, dem langjährigen Schwerpunktland der Internationen Hilfe der Caritas Oberösterreich, und eines der ärmsten Länder der Welt, spitzt sich die Lage mehr und mehr zu. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine haben sich die Lebensmittelpreise in dem Land stark erhöht. Grund dafür sind die weltweit gestiegenen Treibstoffpreise und damit auch Transportkosten für die Lebensmittel – die DR Kongo importiert mehr als 80 Prozent seines Weizens aus Russland und der Ukraine. Für viele Menschen, die ohnehin jeden Tag ums Überleben kämpfen, ist das verheerend. Schon vor dem Ukraine-Krieg lebten drei Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Unsere Hilfe dort ist dringender denn je gefragt.
So hilft die Caritas
Als Caritas sehen wir es als unsere Verantwortung, gegen den Hunger in der Welt zu kämpfen. Millionen von Menschen brauchen dringend unsere Hilfe. Jetzt. Die Lage ist dramatisch, aber nicht hoffnungslos. Die Lichtblicke sind da, denn aus unseren Projekten wissen wir: Es gibt Wege, um Menschen vor dem Hunger zu bewahren:
- Wir helfen bei akutem Hunger
In akuten Notsituationen verteilt die Caritas Nahrungsmittelpakete und sauberes Trinkwasser. Im Südsudan etwa sind Lebensmittel knapp, bis eine erste Ernte möglich ist. Wir versorgen in dieser Zeit Familien mit Nahrungsmitteln. Auch in vielen anderen Ländern wie in Äthiopien, im Sudan, im Jemen, in Syrien oder aktuell im Gazastreifen kommt es immer wieder zu Hunger. Die Unterstützung durch Hilfsorganisationen wie der Caritas ist oft das einzige Auffangnetz.
- Wir helfen besonders vulnerablen Gruppen zu überleben
Frauen, Kinder und ältere Menschen sind besonders von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen. Wir versorgen unterernährte Kleinkinder in Babyfeeding-Zentren und ältere Kinder in Schulen mit täglichen warmen Mahlzeiten. In FrauengruppenProjekten unterstützen wir Frauen dabei, durch den Verkauf eigener Produkte ein Einkommen zu erwirtschaften und ihre Familien versorgen zu können. Wir bieten Schulungen für 200 Frauen im Südsudan an, um ihr Wissen über gesunde Ernährung zu vertiefen. Sie lernen zum Beispiel aus Bohnen und Moringa nährstoffreiche Mahlzeiten für ihre Kinder zuzubereiten. Die Caritas unterstützt vulnerable Gruppen außerdem mit Geldhilfen, um Dürren zu überbrücken und Preissteigerungen abzufedern sowie mit der Errichtung von Bewässerungssystemen auf Feldern während der Trockenzeit.
- Wir helfen Klimaresilienz nachhaltig aufzubauen
Die Caritas hilft Kleinbauern und -bäuerinnen ihre Ernten trotz veränderter Wetterbedingungen zu sichern. Wir schaffen innerhalb der Gemeinschaften Bewusstsein für Umwelt- und Ressourcenschutz und organisieren Schulungen in nachhaltiger Landwirtschaft und Diversifizierung der Produkte. Kleinbauern und -bäuerinnen lernen dabei, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und Pflanzen biologisch zu düngen. Außerdem stellen wir einheimisches, angepasstes Saatgut bereit. Durch dessen Einsatz in Kombination mit sicherer Aufbewahrung der Ernte lassen sich Verluste verringern. Im Südsudan unterstützt die Caritas 2.000 Kleinbauerfamilien mit Schulungen, um ihre Selbstversorgung abzusichern und damit ganzjährig Zugang zu Nahrungsmitteln zu ermöglichen. Dies macht sie unabhängiger von externer Hilfe.
- Wir setzen uns für Klimagerechtigkeit ein
Die Caritas wird nicht müde zu betonen, dass Europa, also auch Österreich, eine Verantwortung hat, globale Klimagerechtigkeit zu schaffen. Gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen erarbeiten wir deshalb Stellungnahmen für die österreichische und europäische Politik zu einer nachhaltigen Ernährungssicherheit. Die Caritas unterstützt außerdem Klimaschutzprojekte, etwa in Uganda, Äthiopien oder dem Südsudan, wo der Einsatz von energiesparenden Öfen und Biogasanlagen den Bedarf an Holzkohle reduziert und so für weniger CO2-Emissionen sorgt sowie natürliche Ressourcen schont.
- Wir werden als Organisation CO2 neutral
Als weltweit tätige Organisation mit über 16.500 Mitarbeiter*innen allein in Österreich möchten wir bis 2030 CO2 neutral werden. Wir kaufen ökologisch nachhaltiger ein, setzen immer mehr auf Elektroautos, sanieren Gebäude thermisch, produzieren Solarenergie, nutzen Ökostrom. Jene Emissionen, die wir nicht vermeiden können, möchten wir über eigene Projekte im Süden kompensieren
Warum ist Ihre Spende jetzt wichtiger denn je?
Wenn wir jetzt nicht handeln, droht eine Hungerkatastrophe ungeheuren Ausmaßes – vor allem in Ostafrika, das besonders von Klimawandel, Preissteigerungen und Konflikten betroffen ist. Die gute Nachricht ist: Wir können etwas tun!
Unterstützen Sie uns dabei!
Ich konnte mir mit eigenen Augen ein Bild von der Ernährungssituation in der DR Kongo machen. Vor allem für jene Menschen, die bisher schon um ihr Überleben kämpfen mussten, spitzt sich durch die enormen Preissteigerungen bei Lebensmitteln,
verursacht durch die Pandemie und den Ukraine-Krieg, die Lage immer mehr zu. Umso wichtiger ist es nun, die lokale Lebensmittelproduktion zu stärken und Kleinbauernfamilien zu ausreichenden Ernteerträgen und ihrer langfristigen eigenständigen Versorgung zu verhelfen.