In die Wahrnehmungswelt von Menschen im Autismus-Spektrum eintauchen: Das können Interessierte anlässlich des Welt-Autismustages am Mittwoch, 2. April 2025, von 11 bis 15 Uhr am Linzer Hauptplatz. Neun Sozialorganisationen, die in Oberösterreich Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen begleiten, zeigen gemeinsam mit Betroffenen und deren Angehörigen die Herausforderungen im Alltag auf und treten für Verbesserungen der Rahmenbedingungen ein.
Anders denken, fühlen und handeln - Menschen im Autismus-Spektrum (Fachbegriff für die große Bandbreite der Varianten von Autismus) führen ein Leben mit vielen Besonderheiten. Der Welt-Autismustag schafft Bewusstsein für Menschen im Autismus-Spektrum, die sich durch besondere Informations- und Wahrnehmungsverarbeitungen auszeichnen. In Oberösterreich leben ca. 27.000 Betroffene, teilweise auch ohne oder mit falscher Diagnose.
Das Autismuskompetenzzentrum der Barmherzigen Brüder Linz, die Autistenhilfe Oberösterreich, die Caritas Oberösterreich, das Diakoniewerk, das Diakonie Zentrum Spattstraße, das Institut Hartheim, LIFEtool, pro mente Oberösterreich und der Verein unSICHTBAR haben sich zusammengetan und organisieren am Mittwoch, 2. April 2025, von 11.00 bis 15.00 Uhr, am Linzer Hauptplatz eine gemeinsame Aktion. Neben Autismus-Expert:innen stehen auch Mitarbeiter:innen aus diversen Einrichtungen für Gespräche zur Verfügung. Täglich begleiten und betreuen sie Menschen im Autismus-Spektrum und beraten Angehörige. Außerdem ermöglicht die Veranstaltung einen Erfahrungsaustausch unter betroffenen Angehörigen.
Frühe Förderung ist von Bedeutung
Um Menschen im Autismus-Spektrum frühzeitig unterstützen und fördern zu können, sind ausreichend Plätze und geeignete Rahmenbedingungen in Schulen, Kindergärten, Krabbelstuben und Horten notwendig. Aktuell warten Familien auf eine Diagnose teilweise mehr als ein Jahr – ein Zeitraum, in dem Frühförderungsmaßnahmen bereits starten könnten und für eine weitere positive Entwicklung eines Kindes im Spektrum maßgeblich von Bedeutung ist. In vielen Kindergärten fehlen für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen die räumlichen und personellen Voraussetzungen. Dazu mangelt es oft an spezifischen therapeutischen Angeboten und Trainings.
Das Spektrum autistischer Störungen ist sehr breit und reicht von schweren kognitiven Beeinträchtigungen bis hin zur Hochbegabung. Entsprechend individuell und differenziert muss auch der Unterricht gestaltet werden. Damit Lehrer:innen bestmöglich auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingehen können, ist es wesentlich, dass Aus- und Weiterbildungsangebote gezielt Wissen über Autismus vermitteln.
Ein weiterer zentraler Baustein ist die Unterstützung durch Schulassistenzen. Sie können rasch und sensibel auf besondere Wahrnehmungen reagieren und so eine wichtige Brücke zwischen Kind, Schule und Umfeld bilden. Gerade im Bildungsbereich sind frühe, gezielte Maßnahmen für Kinder im Autismus-Spektrum besonders hilfreich. Sie ermöglichen positive Lernerfahrungen und fördern die Entwicklung in sozialer und kommunikativer Hinsicht. Ziel ist es, Ablenkungen im Schulalltag möglichst zu reduzieren – denn viele Kinder im Spektrum reagieren sehr sensibel auf äußere Reize wie Lärm, grelles Licht oder starke Gerüche. Eine ruhige Lernumgebung, der Einsatz von Kopfhörern oder die Möglichkeit, sich in Rückzugsräume zurückzuziehen, können den Schulalltag deutlich erleichtern. Besonders entscheidend ist jedoch eine respektvolle und wertschätzende Haltung seitens der Lehrkräfte und Mitschüler:innen. Nur mit diesem Verständnis kann ein gelingendes und inklusives Miteinander entstehen.
Die LINZ AG und die Sparkasse Oberösterreich unterstützen den Aktionstag als Sponsoren. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt – der Informationsaustausch erfolgt überwiegend in den Zelten.